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Nach einem 0:2-Rückstand sicherte sich Tura Untermünkheim gegen Löchgau mit dem Ausgleich quasi auf den letzten Drücker noch einen Punkt.

Die Ansage von Tura-Coach Alexander Maul an die Sportplatz-Gastronomie nach Spielschluss war eindeutig. "Der Schiri kriegt keine Wurst." Nach der aus Tura-Sicht äußerst sparsamen ersten Halbzeit war nicht zu erwarten, dass Fans, Verantwortliche und Spieler der Gastgeber an diesem Tag emotional so heiß laufen würden. Das Spiel begann mit einem für Heimtrainer Maul zu einfachen Gegentreffer. Die Gäste aus Löchgau konnten relativ problemlos aus dem Mittelfeld heraus auf Tom Kühnle spielen, der in der 8. Minute zum 0:1 einschoss. Untermünkheim fiel in der Folge herzlich wenig ein, um den Gegner in Bedrängnis zu bringen. Nach einer guten halben Stunde hätte der bei einem Strafstoß nachlegen können. FV-Kapitän Simon Herbst setzte das Leder aber neben das Tor.

Nach Wiederbeginn wurde die Partie sofort deutlich attraktiver. Gästestürmer Johannes Wizemann war frei durch und umspielte Tura-Keeper Janis Baumann. Der Angreifer brachte den Ball dann aus spitzem Winkel nicht mehr im Tor unter. In der 53. Minute zwei gute Aktionen von Dan Marius Matei, der bei seinem Heimdebüt zunächst mit einem Weitschuss an Michael Ryssel scheiterte. Dann kratzte die FV-Abwehr einen Kopfball von Matei von der Linie.

Wenige Sekunden später begannen die großen Emotionen. Nach einem Kontakt zwischen Torwart Ryssel und Tura-Angreifer Kevin Lehanka entschied der junge Referee auf Stürmerfoul und zeigte nicht auf den Punkt. Jetzt war Hektik drin, die sich (63.) nochmal hoch schaukelte. Diesmal gab es Elfmeter, allerdings auf der anderen Seite. Shpejtim Islamaj verwandelte, auch wenn Tura-Schlussmann Janis Baumann an dem Flachschuss beinahe noch dran gewesen wäre.

Eine Viertelstunde vor Schluss verschenkten die Gäste bei einem Konter die 3:1-Überzahl mit einem laxen Heber in die Arme von Torwart Baumann. Die Heimelf packte jetzt die Brechstange aus - und wurde belohnt. Nach einer Ecke köpfte Jan Schreiner fünf Minuten vor Schluss zum 1:2 ein. In der 90. Minute staubte Joker Jens Söllner nach einem Kopfball von Marius Matei zum viel umjubelten Ausgleich ab. Als Janis Baumann in der Nachspielzeit noch einen schönen Freistoß von Jonas Akpinar heraus fischte, hatte der Tura mit viel Moral und Wut im Bauch noch einen Punkt gesichert. Wenige Minuten nach Spielende war für Tura-Trainer Alexander Maul immer noch der Referee das Hauptthema. Ihn störte, dass der Unparteiische so gut wie jede 50:50-Situation für die Gäste entschieden habe. Maul freute sich über die gute Moral seiner Schützlinge, die sich mit viel Herzblut aus einer misslichen Lage befreit hatten. Natürlich war dem Trainer die mäßige erste Hälfte seiner Mannen nicht entgangen.

Tore: 0:1 Tom Kühnle (8.), 0:2 Shpejtim Islamaj (63.), 1:2 Jan Schreiner (85.), 2:2 Steffen Söllner (90.)

Tura: Janis Baumann, Marian Föll (46. Yasin Kalkan), Dan Marius Matei, Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Szabolcs Szvoboda, Daniel Alankus, Patrick Zauner, Jannis Kronmüller (80. Markus Diether), Fatih Kalkan (73. Steffen Söllner)

Tura Untermünkheim - FV Löchgau, Samstag, 14.30 Uhr

Untermünkheim und Löchgau haben sich in den vergangenen Jahren oft in der Fußball-Landesliga duelliert. Morgen sind die Gäste der Favorit.

Der Rumäne Dan-Marius Matei feierte beim 1:2 gegen Münchingen seinen Einstand beim Tura. "Ich bin froh, dass das geklappt hat", sagt Trainer Alexander Maul. Fast drei Monate hat sich die Freigabe des Mittelfeldspielers durch die Uefa gezogen.

Dafür fällt nun wohl Regisseur Semih Dalyanci. Er ist umgeknickt und wurde gegen Münchingen ausgewechselt. Zum x-ten Mal war der Tura mit 1:0 in Führung gegangen. Maul ärgert sich: "Danach lassen wir aus unergründlichen Gründen nach. Aber wir gehen nicht alle an unsere Leistungsgrenze. Wir kommen zuerst toll in die Partie rein, weil wir gut und aggressiv eingestellt sind. Danach fehlt die Handlungsschnelligkeit." Auf dem Kunstrasen habe sein Team kaum zweite Bälle bekommen und sei "nicht wach gewesen, da das Nachsetzen gefehlt hat".

Bei Torwart Lukas Dambach ist ein Band in der Schulter angerissen. Dafür haben Markus Diether und Duane Collins wieder erste Übungen im Training gemacht. Yasin Kalkan fehlte unter der Woche erkältet.

Einen offenen und umkämpften Schlagabtausch lieferten sich die Löchgauer am Sonntag gegen den TSV Crailsheim. Beim 1:1 hatte Abwehrspieler Riccardo Madorig zur Führung getroffen. Trainer Evangelos Sbonias sagt: "Vom Tabellenstand her können wir zufrieden. Die Jungs machen sich gut. Aber in Untermünkheim haben wir uns immer schwer getan."

 

Den erhofften Anschluss ans Tabellenmittelfeld hat der Tura Untermünkheim nicht geschafft. Beim 1:2 in Münchingen feierte der Rumäne Dan-Marius Matei sein Debüt. Viel mehr Positives gab es nicht.

Turas Teammanager Walter Kolb sprach gestern Nachmittag am Telefon von einer "nicht unverdienten Niederlage" seiner Mannschaft. Gegner Münchingen konnte zum ersten Mal mit der womöglich besten Elf auflaufen.

Der Kunstrasen behagte den Tura-Akteuren nicht sonderlich, dennoch hatten die Gäste die erste gute Gelegenheit: Fatih Kalkan vertendelte allerdings nach fünf Minuten in aussichtsreicher Position. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde bediente er mit einer Flanke Kevin Lehanka, der zur Tura-Führung vollendete. Allerdings blieb der Stürmer im weiteren Verlauf der Partie blass, Manager Walter Kolb jedenfalls konnte sich an keine weitere bemerkenswerte Aktion erinnern.

Trainer Alexander Maul hatte wie zuletzt auch zunächst auf der Bank Platz genommen und sah sich nach etwas mehr als einer halben Stunde zum ersten Wechsel gezwungen: Semih Dalyanci, in den vergangenen Wochen in sehr guter Form, hatte sich an den Bändern verletzt. Ihn ersetzte Steffen Söllner.

Dalyanci fehlte vor allem in der zweiten Halbzeit, "bei Standards kam kaum etwas gefährliches zustande", erinnert sich Kolb - Freistöße waren zuletzt fast ausschließlich eine Sache für Dalyanci.

Die Gastgeber kamen nach und nach besser in die Partie - und in der 40. Minute zum Ausgleich: Zunächst konnte Tura-Torhüter Janis Baumann einen Freistoß aus weiterer Entfernung noch abwehren, im Nachschuss aber setzte Salvatore Pellegrino den Ball aus 15 Metern in die Maschen.

Fünf Minuten nach dem Wechsel gelang dem bis dato Vorletzten der Siegtreffer durch Francesco Di Clemente. Die optische Überlegenheit hatte sich damit in Treffern niedergeschlagen. In der Folge versuchte der Tura torgefährlich zu sein, doch gute Gelegenheiten gab es zunächst keine.

Erst in der Schlussphase, als Untermünkheim die Abwehrarbeit lockerte, gab es laut Walter Kolb "ein, zwei Gelegenheiten". Ein Pressschlag und ein Kopfball des in der 80. Minute eingewechselten Alexander Maul brachten aber nicht den erhofften Punktgewinn. Einen respektablen Einstand feierte der Rumäne Dan-Marius Matei, der endlich die Freigabe der Uefa erhalten hatte.

Der Tura Untermünkheim bleibt mit zwölf Punkten aus zwölf Spielen auf Rang 13, der der erste direkte Abstiegsplatz ist.

Tore: 0:1 Kevin Lehanka (16.), 1:1 Salvatore Pellegrino (40.), 2:1 Franceso Di Clemente (50.)

Tura: Janis Baumann, Marian Föll, Daniel Alankus, Patrick Zauner, Jannis Kronmüller (80. Alexander Maul), Dan-Marius Matei, Kevin Lehanka, Semih Dalyanci (31. Steffen Söllner), Jan Schreiner, Szabolcs Szvoboda, Fatih Kalkan (71. Sergej Mileng).

Schiedsrichter: Daniel Leyhr (Münsingen)

 

TSV Münchingen - Tura Untermünkheim, Sonntag, 14.30 Uhr

Beim Blick auf die Tabelle der Landesliga wird klar, dass der Tura beim Gastspiel in Münchingen einen großen Schritt machen kann. Der Gastgeber hätte unter der Woche in Rutesheim spielen sollen - tat es aber nicht.

Münchingens Fabio Ancona war beim Spiel in Rutesheim Ende September in der 81. Minuten zusammengebrochen - Herzstillstand. Dank eines Defibrillators wurde er wiederbelebt, mittlerweile geht es Ancona wieder gut. Die Partie wurde beim Stand von 3:1 für Rutesheim abgebrochen, hätte nun am vergangenen Mittwoch neu gespielt werden sollen. Münchingen allerdings verzichtete darauf, wird so das Spiel am grünen Tisch verlieren.

So bleibt der TSV mit neun Punkten Vorletzter. Der Tura Untermünkheim hat zuletzt vier Punkte aus zwei Heimspielen geholt. "Die Basisarbeit stimmt", meint Spielertrainer Alexander Maul. Es werde mehr gelaufen, der Einsatz stimme. Auch deshalb gewann Untermünkheim 3:0 gegen Schluchtern. "Wenn die Grundtugenden zum Tragen kommen, bügelt man auch mal einen Fehler des Kollegen aus. Und man erarbeitet sich das Glück, dass nicht jeder Fehler bestraft wird", argumentiert Maul. Er freut sich zudem, dass die Mannschaft einen Sprung in die richtige Richtung gemacht habe. Besonders Jannis Kronmüller hat es dem Trainer angetan. "Er ist momentan nicht aus dem Team wegzudenken." Mit dem erstarkten Selbstbewusstsein soll sich der Tura nun ins Mittelfeld der Tabelle absetzen.

Der Tura hat am Samstag gegen Heimerdingen einen Punkt geholt - immerhin. Aber die schwere Verletzung von Sebastian Mechnik wird Untermünkheim auf seinem Weg aus der Abstiegszone schwächen.

Wenn sich ein Spieler in einer Partie schwer verletzt und mit dem Krankenwagen abgeholt werden muss, läuft es meist auf zwei Möglichkeiten für die restlichen Spielminuten hinaus: Die Mannschaft ist total geschockt und verliert die Partie. Oder es kommt zu einer Trotzreaktion nach dem Motto: "Jetzt erst recht für den verletzten Kollegen".

Beim Tura tritt nach dem Abtransport von Sebastian Mechnik mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch keine der beiden Möglichkeiten ein. Was wiederum typisch ist für das Team. Es ist kaum ausrechenbar. Sowohl in positiver wie in negativer Hinsicht. Tura-Trainer Alexander Maul, der weiter verletzungsbedingt nur von außen zuschaut, freut sich nach der Partie über gute Aktionen und über solche, "bei denen dir die Haare zu Berge stehen - falls du noch welche hast".

Der Start ist vielversprechend. Kevin Lehanka tanzt nach einem Dalyanci-Schuss, der vom Heimerdinger Torwart zu kurz abgewehrt wird, zwei Gästespieler aus und schiebt überlegt zum 1:0 ein (2.). "Das ist nun schon zum x-ten Mal, dass wir in Führung gehen", meint der Stürmer nach der Partie. "Aber danach lassen wir nach, anstatt auf das 2:0 zu drängen." Genauso sehen es auch die meisten der 150 Zuschauer. Ihre Kommentare variieren in den folgenden Minuten zwischen "nicht einschlafen" und "auf jetzt". Dagegen gefallen die Gäste mit einem guten Offensivspiel, das allerdings meist kurz vor dem Strafraum endet. Die Tura-Defensive steht recht gut, was aber auch an den stark nach hinten arbeitenden Offensivspielern Sebastian Mechnik und Fatih Kalkan liegt.

In der 26. Minute rennt Murat Öztürk am Untermünkheimer Torwart Lukas Dambach vorbei, doch die Tura-Abwehr verhindert das Einschießen in das leere Tor. Vier Minuten später fällt der Ausgleich: Nach einem überlegten Diagonalpass durch den Strafraum ist Daniel Riffert frei und trifft halbhoch zum 1:1. Dambach verhindert danach bis zur Halbzeit mit drei tollen Paraden, dass der Tura in Rückstand gerät.

In der zweiten Halbzeit sind ebenfalls die Gäste das gefährlichere Team - wobei weder der Tura noch der TSV eine gute Landesliga-Partie zeigen. Das Chancenverhältnis heißt 7:3 für Heimerdingen, das aber vor dem Tor zu ungefährlich ist. Außerdem zeichnet sich Tura-Torwart Dambach noch mehrfach aus.

Elf Minuten vor dem Ende stockt den Zuschauern der Atem. Nach einem normalen Zweikampf in der Luft zwischen Daniel Geppert und Turas Sebastian Mechnik bleibt der Untermünkheimer regungslos auf dem Rasen liegen. Er wird vom Platz getragen und kurz darauf vom Krankenwagen abgeholt. Wahrscheinlich ist für ihn die Vorrunde gelaufen.

Tura-Trainer Maul ist nach der Partie geschockt: "Das Schlimmste ist nicht, dass wir nicht gewonnen, sondern dass wir einen schwer Verletzten zu beklagen haben." Untermünkheim bleibt durch das 1:1 auf dem drittletzten Tabellenplatz.

Tore: 1:0 Kevin Lehanka (2.), 1:1 Daniel Riffert (30.)

Tura: Lukas Dambach, Marian Föll, Daniel Alankus, Jannis Kronmüller, Steffen Söllner (56. Florian Feinauer), Yasin Kalkan, Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Sebastian Mechnik (80. Szabolcs Svoboda), Fatih Kalkan

Tura Untermünkheim - TSV Heimerdingen, Samstag, 15.30 Uhr

Vierzehnter gegen Elften: Wenn Untermünkheim und Heimerdingen in der Fußball-Landesliga aufeinander treffen, fallen üblicherweise viele Tore.

Alexander Maul leidet noch: "Es war wenig erfreulich. Allerdings lag es mehr am Unvermögen als am Pech, dass wir 2:3 in Crailsheim verloren haben." Alle Fehler würden momentan bestraft: "Und da machen wir gerade auch zu viele."

Draufhauen will er nicht auf sein Team: "Aber wir haben Tacheles gesprochen. Die Jungs tragen die Verantwortung. Wir schreiben alles auf und legen Standards fest. Aber die Schuhe binden und spielen müssen sie selbst." In der 45. Minute fiel das erste Gegentor. "Da wären wir mit einer Führung in die Pause gegangen. Dann hätte Crailsheim in der zweiten Halbzeit einiges machen müssen." Erneut hatte Untermünkheim gut begonnen, doch dann ließ man nach.

In der vergangenen Saison verlor Untermünkheim daheim gegen Heimerdingen mit 2:3, auswärts gab es einen 4:1-Sieg. Der TSV hat nach Mauls Einschätzung "nach vorne richtig gute Qualität, auch in Bezug auf die Standards". Der Tura will seine Fehler minimieren, aber Maul kann personell nicht reagieren. Er muss mit dem Personal arbeiten, das ihm zur Verfügung steht. "Wir müssen weiter ruhig bleiben und hart arbeiten. Und in jeder Situation hundertprozentig konzentriert sein."

Gästetrainer Andreas Broß (Ex VfB Stuttgart) wohnt in Ditzingen und hat mit dem Haller Sportfreunde-Vorstand Jürgen Lechner bereits zusammengespielt. Broß sagt: "Uns fehlen ein paar Punkte, denn wir wollen im Mittelfeld mitspielen. Bisher war es ein bisschen Achterbahn, wobei die letzten Spiele okay waren." In Crailsheim gab es einen Sieg, in Eltingen eine knappe Niederlage. "Wir sind relativ ordentlich drauf, egal wer der Gegner ist." Der TSV-Trainer erwartet "ein enges Spiele mit vielen Toren, denn beide Teams mögen eher den offensiven Spielstil".

Das tut weh: Der Tura Untermünkheim liegt in Crailsheim zweimal in Führung, spielt ab der 35. Minute in Überzahl - und verliert dennoch. Der Siegtreffer fällt kurz vor dem Ende der Partie.

Turas Trainer Alexander Maul sitzt auf der Auswechselbank - mit betretener Miene. Wenige Meter weiter: Crailsheims Coach Oliver Schwerin klatscht seine Spieler ab. Sein Gesicht strahlt. Des einen Freud, des anderen Leid. Kurz zuvor hat der eingewechselte Pascal Hopf (88.) mit einem satten Schuss aus kurzer Distanz für kollektive Jubelarien im Lager des Aufsteigers aus Crailsheim gesorgt.

Und das in einem Derby, in dem zunächst vieles für Untermünkheim sprach: zum einen das frühe 0:1 nach zwölf Minuten. Semih Dalyanci ließ TSV-Keeper Thomas Weiß vom Punkt keine Chance. Zweiter Pluspunkt für den Tura: Überzahl ab der 35. Minute (Gelb-Rot für Kai Rümmele) - und schließlich eine zweimalige Führung.

Dennoch ließen sich die Gastgeber nicht aus dem Konzept bringen. Anil Öztürk guckte Ersatztorwart Janis Baumann aus und überlobbte ihn mit einem frechen Heber zum 1:1. Doch der Tura ließ nicht locker und legte erneut vor. Mit einer Co-Produktion zweier Ex-Crailsheimer: Dalyanci-Ecke, Kopfball Kevin Lehanka - 1:2. Kurz vor der Pause traf Tim Meßner zum 2:2.

Der Tura schien beeindruckt, fand auch nach dem Wechsel, trotz Überzahl, nicht recht seinen Faden wieder. Die Anhänger auf der Tribüne versuchten es mit Anfeuerung ("Wacht doch endlich mal auf"). Speziell Dalyanci und der sehr fleißige Fatih Kalkan taten ihr möglichstes. Allein die zündende Idee hatten auch die beiden nicht.

Chancen erspielten sich nur die in Weiß gekleideten Crailsheimer. Sipahi spielte einen Freistoß schnell zu Öztürk. Der zog aus zwölf Metern knapp vorbei (60.). Die Crailsheimer kämpften energisch um jeden Ball. Für Betrieb sorgte der eingewechselte Torjäger Pascal Hopf, scheiterte aber zunächst an Torwart Janis Baumann. Quasi aus dem Nichts dann eine aussichtsreiche Möglichkeit für den Tura: Lehanka ging steil, zog den Ball aber aus halbrechter Position am kurzen Pfosten vorbei. Erneut Hopf fand in Keeper Baumann seinen Meister. Dann bekam Hopf nach einem Gestochere im Strafraum die Kugel von Sipahi aufgelegt, fackelte nicht lange und traf zum 3:2. Doch der Tura hatte noch eine letzte Chance. Der eingewechselte Maximilian Hille scheiterte jedoch aus fünf Metern und spitzem Winkel.

Tore: 0:1 Semih Dalyanci (12., Foulelfmeter), 1:1 Anil Öztürk (27.), 1:2 Kevin Lehanka (37.), 2:2 Tim Meßner (45.), 3:2 Pascal Hopf (88.)

Tura Untermünkheim: Janis Baumann, Marian Föll, Daniel Alankus, Jannis Kronmüller, Yasin Kalkan (90.Lukas Renner), Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Fatih Kalkan (80.Maximilian Hille), Szabolcs Szoboda, Sebastian Mechnik (76. Steffen Söllner).

 

Von wegen Kellerkind: Der Tura zeigt gegen den Tabellenzweiten Ludwigsburg eine kämpferisch und spielerisch überzeugende Leistung. "Der 2:1-Sieg ist verdient", sagt Gästecoach Detlef Olaidotter.

Schwere Wochen liegen hinter dem Tura: Verletzungen, Pech, Einstellungsprobleme und schwere Gegner führten zu gerade einmal einem Sieg in sieben Partien - gleichbedeutend mit dem drittletzten, einem direkten Abstiegsplatz.

Doch das, was das Team von Spielertrainer Alexander Maul am Samstagnachmittag gegen den Tabellenzweiten Ludwigsburg zeigt, das hat mit Abstiegskampf überhaupt nichts zu tun. Der Tura spielt überlegt und ohne die oft praktizierten langen Bälle. Die Spieler kämpfen um jeden Ball und feuern sich gegenseitig, auch von der Bank aus, an. Der Lohn ist ein von vielen nicht erwarteter 2:1-Sieg.

"So gut haben wir unser Team in dieser Saison noch nicht gesehen." Nach 30 Minuten reiben sich viele der 150 Untermünkheimer Fans (zuzüglich 50 Fans aus Ludwigsburg) die Augen. Das 1:0 erzielt Kevin Lehanka per Kopf nach einer butterweichen Flanke von Daniel Alankus (10.). Für das 2:0 sorgt Jannis Kronmüller, der als Sechser eine gute Partie zeigt. Das Untermünkheimer Eigengewächs lässt in der 25. Minute drei Ludwigsburger am Strafraum schlecht aussehen und schießt dann überlegt aus 18 Metern rechts unten ein. "Wir haben eine halbe Stunde lang geschlafen", ärgert sich Gäste-Trainer Detlef Olaidotter später.

Doch auch bis zur Pause kommt das sonst so gefährliche Spiel über die schnellen Ludwigsburger Außen nicht in Schwung. Das liegt vor allem daran, dass die Tura-Defensive sehr aufmerksam ist. Auch die zwei Stürmer Kevin Lehanka und Fatih Kalkan arbeiten oft nach hinten. In Momenten, in denen die beiden dies vergessen, ruft ihr Trainer von außen die entsprechenden Kommandos.

Wie so oft beim Tura gibt es noch vor der Halbzeit die kalte Dusche. Nach einem Eckball kommt Aleksandar Adzic frei zum Kopfball und verwandelt aus fünf Metern (46.). "Wir haben uns aber in der Pause gesagt: Davon lassen wir uns nicht runterziehen", berichtet Tura-Coach Maul.

Die zweite Halbzeit wird abwechslungsreich. Ludwigsburg versucht mehr schlecht als recht, noch zum Ausgleich zu kommen. Der Tura läuft die Lücken konsequent zu. Auch durch die Mitte geht für Ludwigsburg wenig, da die Innenverteidigung mit Marian Föll und Patrick Zauner gut absichert.

"Der Tura ist einfach gut gestanden und hat wenig zugelassen", muss Olaidotter eingestehen. "Das war kein gutes Spiel, aber Untermünkheim hat verdient gewonnen." Von seinem Gegenüber Alexander Maul fällt nach der Partie eine große Last ab. "Endlich wurden wir für unseren Aufwand auch einmal belohnt. Das 4-4-2 hat gut geklappt, da wir uns dann beim Anlaufen leichter tun." Danach bildet sein Team einen Kreis und feiert den Sieg. Das hat man beim Tura schon lange nicht mehr gesehen.

Tore: 1:0 Kevin Lehanka (10.), 2:0 Jannis Kronmüller (25.), 2:1 Aleksandar Adzic

Tura: Janis Baumann, Marian Föll, Daniel Alankus, Patrick Zauner, Jannis Kronmüller, Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner (79. Yasin Kalkan), Fatih Kalkan (86. Maximilian Hille), Szabolcs Szvoboda, Sebastian Mechnik (76. Steffen Söllner)

 

Ilshofen hat mit dem Tura Untermünkheim am Samstag keine Mühe. Die Gastgeber gehen in Führung, danach muss Tura-Torwart Lukas Dambach vom Platz. Durch das 3:0 baut der TSV seine Tabellenführung aus.

Nach einer guten halben Stunde waren die Würfel beim Derby zwischen Spitzenreiter Ilshofen und Sorgenkind Untermünkheim im Prinzip schon gefallen.

Zu Beginn sah man die erwartete Rollenverteilung. Ilshofen übernahm die Spielkontrolle, während der Tura sein Heil in Kontern suchte. Ein solcher hätte nach sieben Minuten durchaus gefährlich werden können, wenn Kevin Lehanka seinen mitgelaufenen Nebenmann einbezogen hätte. Nach einer Viertelstunde dann die Führung für den Tabellenführer: Ralf Kettemann zirkelte einen Freistoß aus zwanzig Metern über die Mauer ins Netz.

Besonders ärgerlich war für die Gäste, dass Spielertrainer Alexander Maul seine Mannen vor der Partie gemahnt hatte, solche Gelegenheiten für seinen Ilshofener Kollegen möglichst zu vermeiden.

Die Gastgeber blieben am Drücker und verzeichneten eine gute Chance durch Marc Schäfer. In der 33. Minute folgte ein weiterer Nackenschlag für die Kochertäler. Nach einem Pass auf Benjamin Kurz wurde dieser von Gästekeeper Lukas Dambach vor dem Strafraum abgeräumt. Die vertretbare rote Karte verstärkte die Überlegenheit der Heimelf. Die Gastgeber ließen bis zur Pause Ball und Gegner laufen, ohne allerdings zwingend zum Abschluss zu kommen.

Beide Spielertrainer waren nun gefordert, ihre Teams in der Pause einen Weg an die Hand zu geben, mit Spielstand und Platzverweis umzugehen. Ralf Kettemann stellte sein Team auf Spielkontrolle ein, um somit Ballverlusten mit Kontermöglichkeiten für den Tura aus dem Weg zu gehen. Alexander Maul wollte sein Team lange mit Defensivarbeit auf Schlagdistanz halten und den Erfolg in Nadelstichen suchen. Entsprechend verlief die Partie. Die Gastgeber hatten den Ball, ohne dass zunächst viel passierte.

Fabian Czaker hat Möglichkeiten, aber er trifft nicht

Dies änderte sich in der 64. Minute. Dominik Rummler wurde an der Strafraumgrenze nicht konsequent attackiert und versenkte das Leder mit einem Flachschuss zum 2:0 in den Maschen. Die Partie war entschieden. Ilshofen kam noch zu einigen Chancen, wobei sich vor allem dem eingewechselten Fabian Czaker die Möglichkeit bot, sich als Torschütze oder Vorlagengeber in Szene zu setzen.

Der Schlusspunkt blieb Ralf Kettemann vorbehalten, der kurz vor dem Schlusspfiff seinen zweiten Freistoß zum Endstand ins Netz schlenzte. Der Doppeltorschütze und Trainer war mit dem sehr souveränen Auftritt seiner Elf zufrieden. Ilshofen habe die Überzahl sehr gut und kontrolliert ausgespielt. Sein Pendant Alexander Maul haderte damit, dass man es dem Gegner bei den Gegentoren zu leicht gemacht habe. Dennoch sah auch er Positives. Sein Team hatte sich nicht hängen lassen, obwohl vom Spielverlauf alles gegen den Tura lief.

Die Aufgabenstellung für die beiden Kontrahenten in der Fußball-Landesliga hat sich nicht groß verändert. Ilshofen möchte die Spitzenposition verteidigen, während es für Untermünkheim darum geht, sich aus dem Keller herauszuarbeiten.

Tore: 1:0 Ralf Kettemann (15.); 2:0 Dominik Rummler (64.); 3:0 Ralf Kettemann (90.)

Rote Karte: Lukas Dambach (Tura/33.)

Ilshofen: Jürgen Groß, Patrick Frey, Paul Weber, Julian Riedl, Jonas Halder, Marc Schäfer (72. Fabian Czaker); Benjamin Kurz; Dominik Rummler (76. Markus Hörger), Ralf Kettemann, Thomas Wenzel, Lukas Lienert (66. Johannes Haberlandt)

Tura: Lukas Dambach, Marian Föll, Steffen Söllner (33. Janis Baumann), Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Szabolcs Szvoboda, Sebastian Mechnik, Alexander Maul, Daniel Alankus, Patrick Zauner (72. Jannis Kronmüller)

 

Nicht nur Tura-Trainer Alexander Maul ist nach dem Schlusspfiff angefressen. Sein Team verliert 1:2 gegen die SG Sonnenhof Großaspach II. Dabei werden viele Schwächen im Zusammenspiel erkennbar.

Nach dem Spiel ist der Frust beim Tura-Anhang groß. "Guck mal, des isch a Team" heißt es auf der spärlich besetzten Tribüne, als die Gäste einen Kreis bilden, um gemeinsam den Erfolg zu feiern.

Von Beginn merkt man der Heimelf ihre Verunsicherung an. Die Partie kommt schwer ins Rollen, wobei die Drittliga-Reserve leichte Vorteile verzeichnet. Aus heiterem Himmel dann die Tura-Führung Mitte der ersten Hälfte: Eine präzise Freistoßflanke von Semih Dalyanci verlängert Kevin Lehanka ins Netz. Es folgt eine gute Aktion von Daniel Alankus über den linken Flügel, die vier Minuten später das SG-Tor in Gefahr bringt. Im direkten Gegenzug dann die Ernüchterung: Ein Pass durch die Schnittstelle der Viererkette Untermünkheims findet in Faton Sylai einen dankbaren Abnehmer, der flach in die Maschen trifft. Großaspach hat nun die Spielkontrolle und drängt vor allem in den Minuten vor der Halbzeit auf die Führung. Dank des gut haltenden Heimkeepers Lukas Dambach sowie vielen vergebenen Chancen der Gäste bleibt es beim 1:1 zur Pause.

Nach Wiederbeginn findet der Tura zunächst gut ins Spiel. Ein knapp am Tor vorbei streichender Freistoß von Semih Dalyanci bleibt aber die einzig gefährliche Aktion. Nach einer Stunde ein Hochkaräter der Gäste, die das Leder in mehreren Versuchen aus kurzer Distanz aber einfach nicht über die Linie bringen. Zwanzig Minuten vor Schluss macht es Faton Sylai frei vor dem Tor etwas zu lässig, so dass der gute Keeper Lukas Dambach die Gastgeber erneut vor einem Rückstand bewahren kann. In der 73. Minute ist es soweit, als Großaspach einen gut ausgespielten Konter durch Sebastian Gleißner im Tor unterbringt. Das erwartete Aufbegehren des Tura gegen die drohende Niederlage bleibt zunächst aus. Die jungen Gästespieler scheinen den Auswärtssieg ohne Probleme über die Zeit schaukeln zu können.

Erst in den letzten fünf Minuten entsteht so etwas wie Druck aufs SG-Tor. Eine Chance für Fatih Kalkan, die gerade noch geblockt wird, bleibt die einzig gefährliche Aktion des Teams von Spielertrainer Alexander Maul in den Schlussminuten. Der ist nach Spielende richtig sauer. Er vermisst bei vielen seiner Spieler die Grundtugenden des Fußballs. Seine Mannen würden sich viel zu sehr für die Fehler des Nebenmannes interessieren, anstatt sich mit dem eigenen Spiel zu beschäftigen.

Nur gut, dass am Samstag das Derby bei Spitzenreiter Ilshofen ansteht. Dort traut dem Tura in der derzeitigen Verfassung wohl kaum jemand etwas zu.

Tore: 1:0 Kevin Lehanka (21.); 1:1 Faton Sylai (26.); 1:2 Sebastian Gleißner (73.)

Tura: Lukas Dambach, Steffen Söllner (69. Fatih Kalkan), Adam Wilczynski (46. Marian Föll), Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Szabolcs Szvoboda, Sebastian Mechnik, Alexander Maul, Daniel Alankus, Patrick Zauner (88. Yasin Kalkan)

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