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Tura Untermünkheim - FC Marbach, Samstag, 14.30 Uhr

Der Tabellenvorletzte Marbach hat lange gebraucht, bis er in Schwung kam. Gastgeber Tura könnte mit einem Sieg ins Mittelfeld klettern.

Mit 16 Treffern in 14 Spielen stellt der FC die schlechteste Offensivreihe der Liga. Doch der Tabellenvorletzte Marbach gewann am Sonntag überraschend 3:1 gegen Crailsheim. Der Tura gewann ebenfalls, beim 1:0 in Kornwestheim traf Jan Schreiner. "Die Jungs haben gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", freut sich Untermünkheims Trainer Alexander Maul. Gleichzeitig ärgert er sich ein wenig: "Schon in der ersten Halbzeit hatten wir drei gute Möglichkeiten, die wir nicht verwertet haben. Dadurch haben wir den Gegner bis zum Schluss am Leben gehalten."

Gegen Marbach erwartet er, dass der FC "sicher stehen" wird: "Es dürfte Konter geben. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen. Außerdem müssen wir im Abschluss konsequenter sein." Der verletzte Stürmer Kevin Lehanka hat noch nicht trainiert. Patrick Zauner musste am Samstag verletzungsbedingt ausgewechselt. Außerdem hat sich Yasin Kalkan im Training verletzt. Dafür konnten Duane Collins und Markus Diether das Trainingsprogramm normal durchziehen.

Marbachs Teammanager Florian Hägele sagt: "Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir verdient gegen Crailsheim gewonnen." 14 Neue mussten vor der Saison im Team eingebaut werden. "Das ganze Gebilde benötigte seine Zeit. Aber dass es so lange dauert, hätten viele nicht gedacht." Anfangs gab es eine Serie mit acht Niederlagen in Folge. In den letzten fünf Spielen aber verlor der FC nur einmal.

 

Im 14. Saisonspiel feiert der Tura den ersten Auswärtssieg. Beim 1:0 in Kornwestheim gelingt Stürmer Jan Schreiner kurz nach der Pause der Siegtreffer.

"Der Schiri bekommt heute eine Wurst." Walter Kolb ist nach der Partie beim Tabellen-Achten guter Laune. Der Tura-Teammanager spielt damit auf die Äußerung von Trainer Alexander Maul nach dem 2:2 gegen Löchgau an - und lacht. "Wir haben zum Glück 1:0 gewonnen, weil wir kämpferisch und mannschaftlich geschlossen waren." Vor der Partie hatte Kolb noch etwas Sorge: Torjäger Kevin Lehanka konnte wegen eines Blutergusses nicht spielen.

Zu Beginn dominierte Untermünkheim. In der 16. Minute die erste Großchance, als Fatih Kalkan alleine auf den SV-Torwart zulief und dieser parieren konnte. Vier Minuten später wurde Semih Dalyanci im Kornwestheimer Strafraum freigespielt - und schob den Ball mit seinem starken linken Fuß am Pfosten vorbei. "Wenn du unten stehst, dann geht so ein Ball halt auch nicht rein", meinte Kolb. Danach war die Partie ausgeglichen. Bis zur Halbzeit gab es keine großen Möglichkeiten mehr.

Der zweite Durchgang begann mit einer Untermünkheimer Balleroberung im Mittelfeld. Semih Dalyanci passte clever zu Jan Schreiner, der alleine auf den Torwart zulief und diesen aus 16 Metern zum 1:0 ins lange Eck überwand. Danach machte Kornwestheim das Spiel, ohne sich große Möglichkeiten zu erarbeiten. Es blieb allerdings bis zum Schluss eng, denn auch Untermünkheim fiel nicht mehr viel ein.

"Es hat sich gelohnt, dass der Trainer das System 3-5-2 spielen ließ. Wir wussten, dass Kornwestheim schnell agiert. Durch unsere Taktik hatte der SV wenig Räume", sagte Kolb. "Hervorzuheben ist Dan Matei." Er sei mit Abstand bester Mann auf dem Platz gewesen. In der ersten Halbzeit hatte der Neu-Turaner sogar eine Großchance, aber der Schiedsrichter pfiff diese Aktion ab. Außerdem habe er jeden Zweikampf gewonnen.

Trainer Alexander Maul freute sich über den ersten Auswärtssieg der Saison: "Das wurde auch Zeit. Wir wussten, dass Kornwestheim fällig ist. Deshalb haben wir in der Defensive gut gearbeitet. Hätten wir unsere Kontersituationen ausgespielt, dann wäre es 3:0 gestanden und wir hätten Ruhe gehabt." Aber Maul freute sich über das Zu-Null-Spiel. Es sei wichtig gewesen, sehr vielbeinig in der Defensive zu stehen. Kornwestheim habe keinen Zugriff aufs Spiel bekommen.

Tor: 0:1 Jan Schreiner (47.)

Tura: Janis Baumann, Szabolcs Svoboda, Patrick Zauner, Marian Föll, Yasin Kalkan, Dan Matei, Daniel Alankus, Jannis Kronmüller, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Fatih Kalkan (70. Steffen Söllner)

 

SV Salamander Kornwestheim - Untermünkheim, Sonntag, 14.30 Uhr

13 Spiele, 13 Punkte - Untermünkheim hängt im Landesliga-Tabellenkeller fest. Mit einem Sieg in Kornwestheim wäre Platz 10 möglich.

"Man muss es nehmen, wie es kommt. Kornwestheim ist sehr heimstark", sagt Tura-Trainer Alexander Maul. Er hat weiterhin Probleme mit dem Fuß, nur zur Not will er selbst spielen. "So kann ich der Mannschaft nicht zu 100 Prozent helfen, ich habe weiterhin Schmerzen. Außerdem machen die Jungs ihre Aufgaben."

Die Abwehr könne nicht für alle 26 Gegentore verantwortlich gemacht werden, da es auch Fehler im Mittelfeld gebe. Maul hofft auf die Rückkehr von Markus Diether, Duane Collins hat die erste komplette Trainingswoche hinter sich. Dafür kämpft Kevin Lehanka mit einer Wadenverletzung aus der Partie gegen Löchgau. Für Torwart Lukas Dambach ist die Vorrunde beendet. "Wir haben nicht den größten Kader, sondern sind ein kleiner erlesener Kreis", sagt Maul. Mit einem Dreier könnte der Tura aus der direkten Abstiegszone auf Platz 10 klettern. Allerdings hat Untermünkheim auswärts erst einen Punkt geholt. Der SV Abteilungsleiter Uli Weber sagt: "Bisher sind wir daheim ungeschlagen, ähnlich wie in der Bezirksliga. Dazu trägt eine kleine Fangruppe mit Trommeln bei, ansonsten nicht viel Zuschauer. So wie wir stehen, ist es besser wie erwartet." Die Aufstiegsmannschaft wurde nur durch zwei Akteure ergänzt. Weber sieht sein Team nicht als Favorit - vor allem deshalb, weil es viele knappe Siege gab. "Wir sind jung, wir lernen immer etwas."

Nach einem 0:2-Rückstand sicherte sich Tura Untermünkheim gegen Löchgau mit dem Ausgleich quasi auf den letzten Drücker noch einen Punkt.

Die Ansage von Tura-Coach Alexander Maul an die Sportplatz-Gastronomie nach Spielschluss war eindeutig. "Der Schiri kriegt keine Wurst." Nach der aus Tura-Sicht äußerst sparsamen ersten Halbzeit war nicht zu erwarten, dass Fans, Verantwortliche und Spieler der Gastgeber an diesem Tag emotional so heiß laufen würden. Das Spiel begann mit einem für Heimtrainer Maul zu einfachen Gegentreffer. Die Gäste aus Löchgau konnten relativ problemlos aus dem Mittelfeld heraus auf Tom Kühnle spielen, der in der 8. Minute zum 0:1 einschoss. Untermünkheim fiel in der Folge herzlich wenig ein, um den Gegner in Bedrängnis zu bringen. Nach einer guten halben Stunde hätte der bei einem Strafstoß nachlegen können. FV-Kapitän Simon Herbst setzte das Leder aber neben das Tor.

Nach Wiederbeginn wurde die Partie sofort deutlich attraktiver. Gästestürmer Johannes Wizemann war frei durch und umspielte Tura-Keeper Janis Baumann. Der Angreifer brachte den Ball dann aus spitzem Winkel nicht mehr im Tor unter. In der 53. Minute zwei gute Aktionen von Dan Marius Matei, der bei seinem Heimdebüt zunächst mit einem Weitschuss an Michael Ryssel scheiterte. Dann kratzte die FV-Abwehr einen Kopfball von Matei von der Linie.

Wenige Sekunden später begannen die großen Emotionen. Nach einem Kontakt zwischen Torwart Ryssel und Tura-Angreifer Kevin Lehanka entschied der junge Referee auf Stürmerfoul und zeigte nicht auf den Punkt. Jetzt war Hektik drin, die sich (63.) nochmal hoch schaukelte. Diesmal gab es Elfmeter, allerdings auf der anderen Seite. Shpejtim Islamaj verwandelte, auch wenn Tura-Schlussmann Janis Baumann an dem Flachschuss beinahe noch dran gewesen wäre.

Eine Viertelstunde vor Schluss verschenkten die Gäste bei einem Konter die 3:1-Überzahl mit einem laxen Heber in die Arme von Torwart Baumann. Die Heimelf packte jetzt die Brechstange aus - und wurde belohnt. Nach einer Ecke köpfte Jan Schreiner fünf Minuten vor Schluss zum 1:2 ein. In der 90. Minute staubte Joker Jens Söllner nach einem Kopfball von Marius Matei zum viel umjubelten Ausgleich ab. Als Janis Baumann in der Nachspielzeit noch einen schönen Freistoß von Jonas Akpinar heraus fischte, hatte der Tura mit viel Moral und Wut im Bauch noch einen Punkt gesichert. Wenige Minuten nach Spielende war für Tura-Trainer Alexander Maul immer noch der Referee das Hauptthema. Ihn störte, dass der Unparteiische so gut wie jede 50:50-Situation für die Gäste entschieden habe. Maul freute sich über die gute Moral seiner Schützlinge, die sich mit viel Herzblut aus einer misslichen Lage befreit hatten. Natürlich war dem Trainer die mäßige erste Hälfte seiner Mannen nicht entgangen.

Tore: 0:1 Tom Kühnle (8.), 0:2 Shpejtim Islamaj (63.), 1:2 Jan Schreiner (85.), 2:2 Steffen Söllner (90.)

Tura: Janis Baumann, Marian Föll (46. Yasin Kalkan), Dan Marius Matei, Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Szabolcs Szvoboda, Daniel Alankus, Patrick Zauner, Jannis Kronmüller (80. Markus Diether), Fatih Kalkan (73. Steffen Söllner)

Tura Untermünkheim - FV Löchgau, Samstag, 14.30 Uhr

Untermünkheim und Löchgau haben sich in den vergangenen Jahren oft in der Fußball-Landesliga duelliert. Morgen sind die Gäste der Favorit.

Der Rumäne Dan-Marius Matei feierte beim 1:2 gegen Münchingen seinen Einstand beim Tura. "Ich bin froh, dass das geklappt hat", sagt Trainer Alexander Maul. Fast drei Monate hat sich die Freigabe des Mittelfeldspielers durch die Uefa gezogen.

Dafür fällt nun wohl Regisseur Semih Dalyanci. Er ist umgeknickt und wurde gegen Münchingen ausgewechselt. Zum x-ten Mal war der Tura mit 1:0 in Führung gegangen. Maul ärgert sich: "Danach lassen wir aus unergründlichen Gründen nach. Aber wir gehen nicht alle an unsere Leistungsgrenze. Wir kommen zuerst toll in die Partie rein, weil wir gut und aggressiv eingestellt sind. Danach fehlt die Handlungsschnelligkeit." Auf dem Kunstrasen habe sein Team kaum zweite Bälle bekommen und sei "nicht wach gewesen, da das Nachsetzen gefehlt hat".

Bei Torwart Lukas Dambach ist ein Band in der Schulter angerissen. Dafür haben Markus Diether und Duane Collins wieder erste Übungen im Training gemacht. Yasin Kalkan fehlte unter der Woche erkältet.

Einen offenen und umkämpften Schlagabtausch lieferten sich die Löchgauer am Sonntag gegen den TSV Crailsheim. Beim 1:1 hatte Abwehrspieler Riccardo Madorig zur Führung getroffen. Trainer Evangelos Sbonias sagt: "Vom Tabellenstand her können wir zufrieden. Die Jungs machen sich gut. Aber in Untermünkheim haben wir uns immer schwer getan."

 

Den erhofften Anschluss ans Tabellenmittelfeld hat der Tura Untermünkheim nicht geschafft. Beim 1:2 in Münchingen feierte der Rumäne Dan-Marius Matei sein Debüt. Viel mehr Positives gab es nicht.

Turas Teammanager Walter Kolb sprach gestern Nachmittag am Telefon von einer "nicht unverdienten Niederlage" seiner Mannschaft. Gegner Münchingen konnte zum ersten Mal mit der womöglich besten Elf auflaufen.

Der Kunstrasen behagte den Tura-Akteuren nicht sonderlich, dennoch hatten die Gäste die erste gute Gelegenheit: Fatih Kalkan vertendelte allerdings nach fünf Minuten in aussichtsreicher Position. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde bediente er mit einer Flanke Kevin Lehanka, der zur Tura-Führung vollendete. Allerdings blieb der Stürmer im weiteren Verlauf der Partie blass, Manager Walter Kolb jedenfalls konnte sich an keine weitere bemerkenswerte Aktion erinnern.

Trainer Alexander Maul hatte wie zuletzt auch zunächst auf der Bank Platz genommen und sah sich nach etwas mehr als einer halben Stunde zum ersten Wechsel gezwungen: Semih Dalyanci, in den vergangenen Wochen in sehr guter Form, hatte sich an den Bändern verletzt. Ihn ersetzte Steffen Söllner.

Dalyanci fehlte vor allem in der zweiten Halbzeit, "bei Standards kam kaum etwas gefährliches zustande", erinnert sich Kolb - Freistöße waren zuletzt fast ausschließlich eine Sache für Dalyanci.

Die Gastgeber kamen nach und nach besser in die Partie - und in der 40. Minute zum Ausgleich: Zunächst konnte Tura-Torhüter Janis Baumann einen Freistoß aus weiterer Entfernung noch abwehren, im Nachschuss aber setzte Salvatore Pellegrino den Ball aus 15 Metern in die Maschen.

Fünf Minuten nach dem Wechsel gelang dem bis dato Vorletzten der Siegtreffer durch Francesco Di Clemente. Die optische Überlegenheit hatte sich damit in Treffern niedergeschlagen. In der Folge versuchte der Tura torgefährlich zu sein, doch gute Gelegenheiten gab es zunächst keine.

Erst in der Schlussphase, als Untermünkheim die Abwehrarbeit lockerte, gab es laut Walter Kolb "ein, zwei Gelegenheiten". Ein Pressschlag und ein Kopfball des in der 80. Minute eingewechselten Alexander Maul brachten aber nicht den erhofften Punktgewinn. Einen respektablen Einstand feierte der Rumäne Dan-Marius Matei, der endlich die Freigabe der Uefa erhalten hatte.

Der Tura Untermünkheim bleibt mit zwölf Punkten aus zwölf Spielen auf Rang 13, der der erste direkte Abstiegsplatz ist.

Tore: 0:1 Kevin Lehanka (16.), 1:1 Salvatore Pellegrino (40.), 2:1 Franceso Di Clemente (50.)

Tura: Janis Baumann, Marian Föll, Daniel Alankus, Patrick Zauner, Jannis Kronmüller (80. Alexander Maul), Dan-Marius Matei, Kevin Lehanka, Semih Dalyanci (31. Steffen Söllner), Jan Schreiner, Szabolcs Szvoboda, Fatih Kalkan (71. Sergej Mileng).

Schiedsrichter: Daniel Leyhr (Münsingen)

 

TSV Münchingen - Tura Untermünkheim, Sonntag, 14.30 Uhr

Beim Blick auf die Tabelle der Landesliga wird klar, dass der Tura beim Gastspiel in Münchingen einen großen Schritt machen kann. Der Gastgeber hätte unter der Woche in Rutesheim spielen sollen - tat es aber nicht.

Münchingens Fabio Ancona war beim Spiel in Rutesheim Ende September in der 81. Minuten zusammengebrochen - Herzstillstand. Dank eines Defibrillators wurde er wiederbelebt, mittlerweile geht es Ancona wieder gut. Die Partie wurde beim Stand von 3:1 für Rutesheim abgebrochen, hätte nun am vergangenen Mittwoch neu gespielt werden sollen. Münchingen allerdings verzichtete darauf, wird so das Spiel am grünen Tisch verlieren.

So bleibt der TSV mit neun Punkten Vorletzter. Der Tura Untermünkheim hat zuletzt vier Punkte aus zwei Heimspielen geholt. "Die Basisarbeit stimmt", meint Spielertrainer Alexander Maul. Es werde mehr gelaufen, der Einsatz stimme. Auch deshalb gewann Untermünkheim 3:0 gegen Schluchtern. "Wenn die Grundtugenden zum Tragen kommen, bügelt man auch mal einen Fehler des Kollegen aus. Und man erarbeitet sich das Glück, dass nicht jeder Fehler bestraft wird", argumentiert Maul. Er freut sich zudem, dass die Mannschaft einen Sprung in die richtige Richtung gemacht habe. Besonders Jannis Kronmüller hat es dem Trainer angetan. "Er ist momentan nicht aus dem Team wegzudenken." Mit dem erstarkten Selbstbewusstsein soll sich der Tura nun ins Mittelfeld der Tabelle absetzen.

Der Tura hat am Samstag gegen Heimerdingen einen Punkt geholt - immerhin. Aber die schwere Verletzung von Sebastian Mechnik wird Untermünkheim auf seinem Weg aus der Abstiegszone schwächen.

Wenn sich ein Spieler in einer Partie schwer verletzt und mit dem Krankenwagen abgeholt werden muss, läuft es meist auf zwei Möglichkeiten für die restlichen Spielminuten hinaus: Die Mannschaft ist total geschockt und verliert die Partie. Oder es kommt zu einer Trotzreaktion nach dem Motto: "Jetzt erst recht für den verletzten Kollegen".

Beim Tura tritt nach dem Abtransport von Sebastian Mechnik mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch keine der beiden Möglichkeiten ein. Was wiederum typisch ist für das Team. Es ist kaum ausrechenbar. Sowohl in positiver wie in negativer Hinsicht. Tura-Trainer Alexander Maul, der weiter verletzungsbedingt nur von außen zuschaut, freut sich nach der Partie über gute Aktionen und über solche, "bei denen dir die Haare zu Berge stehen - falls du noch welche hast".

Der Start ist vielversprechend. Kevin Lehanka tanzt nach einem Dalyanci-Schuss, der vom Heimerdinger Torwart zu kurz abgewehrt wird, zwei Gästespieler aus und schiebt überlegt zum 1:0 ein (2.). "Das ist nun schon zum x-ten Mal, dass wir in Führung gehen", meint der Stürmer nach der Partie. "Aber danach lassen wir nach, anstatt auf das 2:0 zu drängen." Genauso sehen es auch die meisten der 150 Zuschauer. Ihre Kommentare variieren in den folgenden Minuten zwischen "nicht einschlafen" und "auf jetzt". Dagegen gefallen die Gäste mit einem guten Offensivspiel, das allerdings meist kurz vor dem Strafraum endet. Die Tura-Defensive steht recht gut, was aber auch an den stark nach hinten arbeitenden Offensivspielern Sebastian Mechnik und Fatih Kalkan liegt.

In der 26. Minute rennt Murat Öztürk am Untermünkheimer Torwart Lukas Dambach vorbei, doch die Tura-Abwehr verhindert das Einschießen in das leere Tor. Vier Minuten später fällt der Ausgleich: Nach einem überlegten Diagonalpass durch den Strafraum ist Daniel Riffert frei und trifft halbhoch zum 1:1. Dambach verhindert danach bis zur Halbzeit mit drei tollen Paraden, dass der Tura in Rückstand gerät.

In der zweiten Halbzeit sind ebenfalls die Gäste das gefährlichere Team - wobei weder der Tura noch der TSV eine gute Landesliga-Partie zeigen. Das Chancenverhältnis heißt 7:3 für Heimerdingen, das aber vor dem Tor zu ungefährlich ist. Außerdem zeichnet sich Tura-Torwart Dambach noch mehrfach aus.

Elf Minuten vor dem Ende stockt den Zuschauern der Atem. Nach einem normalen Zweikampf in der Luft zwischen Daniel Geppert und Turas Sebastian Mechnik bleibt der Untermünkheimer regungslos auf dem Rasen liegen. Er wird vom Platz getragen und kurz darauf vom Krankenwagen abgeholt. Wahrscheinlich ist für ihn die Vorrunde gelaufen.

Tura-Trainer Maul ist nach der Partie geschockt: "Das Schlimmste ist nicht, dass wir nicht gewonnen, sondern dass wir einen schwer Verletzten zu beklagen haben." Untermünkheim bleibt durch das 1:1 auf dem drittletzten Tabellenplatz.

Tore: 1:0 Kevin Lehanka (2.), 1:1 Daniel Riffert (30.)

Tura: Lukas Dambach, Marian Föll, Daniel Alankus, Jannis Kronmüller, Steffen Söllner (56. Florian Feinauer), Yasin Kalkan, Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Sebastian Mechnik (80. Szabolcs Svoboda), Fatih Kalkan

Tura Untermünkheim - TSV Heimerdingen, Samstag, 15.30 Uhr

Vierzehnter gegen Elften: Wenn Untermünkheim und Heimerdingen in der Fußball-Landesliga aufeinander treffen, fallen üblicherweise viele Tore.

Alexander Maul leidet noch: "Es war wenig erfreulich. Allerdings lag es mehr am Unvermögen als am Pech, dass wir 2:3 in Crailsheim verloren haben." Alle Fehler würden momentan bestraft: "Und da machen wir gerade auch zu viele."

Draufhauen will er nicht auf sein Team: "Aber wir haben Tacheles gesprochen. Die Jungs tragen die Verantwortung. Wir schreiben alles auf und legen Standards fest. Aber die Schuhe binden und spielen müssen sie selbst." In der 45. Minute fiel das erste Gegentor. "Da wären wir mit einer Führung in die Pause gegangen. Dann hätte Crailsheim in der zweiten Halbzeit einiges machen müssen." Erneut hatte Untermünkheim gut begonnen, doch dann ließ man nach.

In der vergangenen Saison verlor Untermünkheim daheim gegen Heimerdingen mit 2:3, auswärts gab es einen 4:1-Sieg. Der TSV hat nach Mauls Einschätzung "nach vorne richtig gute Qualität, auch in Bezug auf die Standards". Der Tura will seine Fehler minimieren, aber Maul kann personell nicht reagieren. Er muss mit dem Personal arbeiten, das ihm zur Verfügung steht. "Wir müssen weiter ruhig bleiben und hart arbeiten. Und in jeder Situation hundertprozentig konzentriert sein."

Gästetrainer Andreas Broß (Ex VfB Stuttgart) wohnt in Ditzingen und hat mit dem Haller Sportfreunde-Vorstand Jürgen Lechner bereits zusammengespielt. Broß sagt: "Uns fehlen ein paar Punkte, denn wir wollen im Mittelfeld mitspielen. Bisher war es ein bisschen Achterbahn, wobei die letzten Spiele okay waren." In Crailsheim gab es einen Sieg, in Eltingen eine knappe Niederlage. "Wir sind relativ ordentlich drauf, egal wer der Gegner ist." Der TSV-Trainer erwartet "ein enges Spiele mit vielen Toren, denn beide Teams mögen eher den offensiven Spielstil".

Das tut weh: Der Tura Untermünkheim liegt in Crailsheim zweimal in Führung, spielt ab der 35. Minute in Überzahl - und verliert dennoch. Der Siegtreffer fällt kurz vor dem Ende der Partie.

Turas Trainer Alexander Maul sitzt auf der Auswechselbank - mit betretener Miene. Wenige Meter weiter: Crailsheims Coach Oliver Schwerin klatscht seine Spieler ab. Sein Gesicht strahlt. Des einen Freud, des anderen Leid. Kurz zuvor hat der eingewechselte Pascal Hopf (88.) mit einem satten Schuss aus kurzer Distanz für kollektive Jubelarien im Lager des Aufsteigers aus Crailsheim gesorgt.

Und das in einem Derby, in dem zunächst vieles für Untermünkheim sprach: zum einen das frühe 0:1 nach zwölf Minuten. Semih Dalyanci ließ TSV-Keeper Thomas Weiß vom Punkt keine Chance. Zweiter Pluspunkt für den Tura: Überzahl ab der 35. Minute (Gelb-Rot für Kai Rümmele) - und schließlich eine zweimalige Führung.

Dennoch ließen sich die Gastgeber nicht aus dem Konzept bringen. Anil Öztürk guckte Ersatztorwart Janis Baumann aus und überlobbte ihn mit einem frechen Heber zum 1:1. Doch der Tura ließ nicht locker und legte erneut vor. Mit einer Co-Produktion zweier Ex-Crailsheimer: Dalyanci-Ecke, Kopfball Kevin Lehanka - 1:2. Kurz vor der Pause traf Tim Meßner zum 2:2.

Der Tura schien beeindruckt, fand auch nach dem Wechsel, trotz Überzahl, nicht recht seinen Faden wieder. Die Anhänger auf der Tribüne versuchten es mit Anfeuerung ("Wacht doch endlich mal auf"). Speziell Dalyanci und der sehr fleißige Fatih Kalkan taten ihr möglichstes. Allein die zündende Idee hatten auch die beiden nicht.

Chancen erspielten sich nur die in Weiß gekleideten Crailsheimer. Sipahi spielte einen Freistoß schnell zu Öztürk. Der zog aus zwölf Metern knapp vorbei (60.). Die Crailsheimer kämpften energisch um jeden Ball. Für Betrieb sorgte der eingewechselte Torjäger Pascal Hopf, scheiterte aber zunächst an Torwart Janis Baumann. Quasi aus dem Nichts dann eine aussichtsreiche Möglichkeit für den Tura: Lehanka ging steil, zog den Ball aber aus halbrechter Position am kurzen Pfosten vorbei. Erneut Hopf fand in Keeper Baumann seinen Meister. Dann bekam Hopf nach einem Gestochere im Strafraum die Kugel von Sipahi aufgelegt, fackelte nicht lange und traf zum 3:2. Doch der Tura hatte noch eine letzte Chance. Der eingewechselte Maximilian Hille scheiterte jedoch aus fünf Metern und spitzem Winkel.

Tore: 0:1 Semih Dalyanci (12., Foulelfmeter), 1:1 Anil Öztürk (27.), 1:2 Kevin Lehanka (37.), 2:2 Tim Meßner (45.), 3:2 Pascal Hopf (88.)

Tura Untermünkheim: Janis Baumann, Marian Föll, Daniel Alankus, Jannis Kronmüller, Yasin Kalkan (90.Lukas Renner), Kevin Lehanka, Semih Dalyanci, Jan Schreiner, Fatih Kalkan (80.Maximilian Hille), Szabolcs Szoboda, Sebastian Mechnik (76. Steffen Söllner).

 

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