Untermünkheim/Schwäbisch Hall Die Spannung steigt. Das Derby steht an. Besonders interessant: Die Ausgangslage hat sich geändert. Wieder einmal.
Im Hinspiel zerlegte Hall auf der Auwiese Untermünkheim mit 5:0. Der Tura spielte jenseits von Gut und Böse. Die Sportfreunde hatten einen besonders guten Tag erwischt. Damals tippten viele Fußball-Experten darauf, dass sich der Tura erholen würde und einen der Top-Fünf-Plätze belegen würde. Doch das erwies sich als Irrtum. Untermünkheim kämpft mehr schlecht als recht um den Klassenerhalt - und hat deshalb im Dezember den Trainer getauscht. Aber auch diese, in den meisten Fällen allerletzte Möglichkeit eines Vereins ist scheinbar verpufft: Patrick Rost hat zwar das Training umgestellt, im Kapitänsamt von Markus Klässing auf Steffen Kocholl umgestellt und verschiedene Startaufstellungen ausprobiert. Die Bilanz ist mager: Vier Spiele, nur zwei Punkte. Rost kennt den Ernst der Lage: "Wir müssen unbedingt gewinnen!"
Als kleinen Hoffnungsschimmer fügt der große Eishockey-Fan ein Zitat aus dem US-Sport an: "Half game is mental, the other half is being mental." Frei übersetzt: Es ist alles eine Kopfsache. Genau da hapert es bei seinen Spielern. Sie haben kein Selbstvertrauen. Das verwundert nicht. Immer, wenn ein kleiner Hoffnungsschimmer, sprich eine Ein- bis Zwei-Tore-Führung erreicht war, gab es entweder gerade noch ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage. Die Hoffnung hat Rost aber noch nicht aufgegeben: "Wir müssen konzentriert bleiben."
Diese Bemerkung könnte von seinem Kollegen in Hall stammen. Thorsten Schifts Team befindet sich derzeit ebenfalls nicht in konstanter Form. Allerdings profitiert es von einer sehr guten Vorrunde und braucht noch zwei bis drei Siege aus neun Partien, um ganz sicher in der Verbandsliga zu bleiben. "Wir wollen was aus Untermünkheim mitnehmen", sagt Schift.
Der Vorsprung der Sportfreunde auf den Nachbarn beträgt elf Punkte. Bei einem Haller Sieg könnte Untermünkheim den Konkurrenten praktisch nicht mehr einholen. Nicht mit dabei ist Patrick Frey. Dafür deutet sich an, dass Siegfried Waldbüßer zurück in der Startelf ist. Auch der wiedergenesene Maximilian Egner dürfte in der Innenverteidigung beginnen. Dafür ist im Sturm nichts klar. Weiterhin hoffen vier Angreifer darauf, um 15 Uhr aufzulaufen: Serdal Kocak, Kevin Lehanka, Dennis Ruiz-Maile und Oliver Köhler. Zwei von ihnen werden auf der Bank Platz nehmen müssen.
Von solchen Varianten kann Tura-Trainer Patrick Rost nur träumen. Andreas Volz und Nico Sasso sind angeschlagen. Hannes Wolf und Jan Schreiner fallen aus.
Interview Patrick Rost und Thorsten Schift morgen im "Moment-Mal"-Interview: "Wer rasiert wen?"![]()
Namen und Statistik zum Derby
Aufstieg in die Landesliga: Tura in der Saison 2003/2004, Sportfreunde eine Saison darauf
Aufstieg in die Verbandsliga: Tura als Landesliga-Meister im Juni 2011, Sportfreunde als Meister im Juni 2012
Meistertrainer und die Spielführer: Der Tura stieg in die Landesliga unter Trainer Sascha Bjelic mit Kapitän Markus Klässing auf. Dieser war unter Trainer Fredi Skurka auch noch beim Verbandsliga-Aufstieg im Amt und wurde im Februar 2012 durch Steffen Kocholl ersetzt. Peter Kurz hat die Sportfreunde in die Landesliga geführt, damals war Torwart Markus Klein Kapitän. In die Verbandsliga stieg Hall unter Thorsten Schift auf, Kapitän war damals und ist heute noch Patrick Beck.
Zuschauerschnitt: In den vergangenen fünf Spielzeiten wollten nie weniger als 700 Zuschauer das Derby beobachten.
Rekordhalter: Verbandsliga-Hinspiel im September 2011 mit 1700 Zuschauern.
Ergebnisse: In der letzten Landesliga-Saison 2010: Untermünkheim - Hall 1:4, Hall - Untermünkheim 0:2. In Verbandsliga: Hall - Untermünkheim 5:0.![]()

